Alles gerät ins Verderben, wenn Vidar Magnussens Interpretation von The Rake’s Progress zurück auf der Hauptbühne ist.
Färbt Stravinsky ein
Vidar Magnussen hat sich in den letzten Jahren als gefeierter Opernregisseur in Bjørvika etabliert. Als er 2024 Stravinskys The Rake’s Progress Farben verlieh, erhielt er sowohl Kritikerlob, eine Heddapreis-Nominierung als auch eine Mini-Serie auf NRK.
Jetzt kehrt der Erfolg zurück mit unter anderem Thomas Atkins, Clara Thomsen, Aleksander Nohr, Astrid Nordstad und Jens-Erik Aasbø auf der Bühne.
Pakt mit dem Teufel
Dies ist die Geschichte darüber, wie schief es enden kann für denjenigen, der viel Geld, aber keinen Widerspruch erhält. Tom Rakewell ist unsterblich verliebt in die gutherzige Anne Trulove, aber es gibt einen Haken an der Freude – ihr Vater möchte, dass Tom einen Job hat, aber arbeiten ist doch so langweilig!
Als der teuflische Nick Shadow mit Geld von einem verstorbenen Onkel auftaucht, scheint es zu schön, um wahr zu sein, aber Tom lässt sich dennoch verführen.
Bald zieht Nick Shadow ihn auf eine Reise, die ihn immer weiter von Anne entfernt. Denn was bedeutet schon eine treue Freundin, wenn eine bärtige Frau plötzlich unwiderstehlich erscheint und eine Maschine, die Stein in Brot verwandeln kann, verspricht, alle Probleme zu lösen?
Absurdes Schreckens-Kabinett
Regisseur Vidar Magnussen spielt mit unserer Wahrnehmung der Realität in diesem Schreckens-Kabinett von einer Aufführung. Er nimmt uns mit in Toms Rakewells Kopf – auf einen wilden Ritt von Reichtum und Luxusleben zu Armut und Wahnsinn.
Magnussen debütierte 2021 als Opernregisseur mit Orpheus in der Unterwelt, das 2026 ebenfalls auf dem Programm steht. Im Umgang mit Stravinskys Oper schafft er ein dunkleres Universum in Form einer absurden, burlesken Fantasiewelt mit Ästhetik aus den 50er und 60er Jahren.
Mozart durch einen Scherzspiegel
Igor Stravinsky schrieb The Rake’s Progress 1951, basierend auf acht satirischen Bildern von William Hogarth. Stravinsky war einer der dominantesten Komponisten des 20. Jahrhunderts und kann als eine Art Hipster-Komponist beschrieben werden, der konventionelle musikalische Strukturen auf den Kopf stellte und schamlos von anderen Opern und Komponisten entlieh.
Als Opernkomponist wollte Stravinsky Mozarts Nachfolger werden. Die Musik in seiner einzigen vollendeten Oper ist eine Kollision von Tradition und Anarchie, die an sowohl Mozart als auch Beethoven erinnert – verzerrt durch einen Scherzspiegel.