Fäden in der Zeit – Aus den Nationalen Wandteppichen
Norsk Webtradition
Während andere europäische Königshäuser große, industriell gefertigte Gobelins aus Orten wie Paris bestellten, erzählt die Sammlung des Schlosses eine andere Geschichte. Sie besteht aus Webarbeiten von herausragenden norwegischen Künstlern und Handwerkern, geprägt von dem nationalen Kunsthandwerk-Gedanken, lokaler Wolle und Pflanzenfärbung. Dieses Erbe repräsentiert ein einzigartiges Stück norwegischer Kunst- und Kulturgeschichte, das bisher nicht in diesem Umfang gezeigt wurde. Viele der Webarbeiten sind Teil privater Innenräume und werden nun zum ersten Mal in einem öffentlichen Kontext präsentiert.
Die Ausstellung hebt bekannte und unbekannte Künstler und Handwerker hervor. Durch gründliche Studien von Archiven und Rechnungsunterlagen war es möglich, mehrere wichtige Musterzeichner zu identifizieren, darunter Marie Karsten und Annette Schirmer, sowie fähige Weber wie Karen und Ragnhild Prestgard, Ulrikke Greve und Karen Meidell.
Die Prestgard-Schwestern, die das Garn selbst mit Pflanzen aus der Natur färbten, und Meidell, die eine Reihe von Arbeiten direkt an Königin Maud lieferte, sind wichtige Vertreter des hohen handwerklichen Niveaus, das die Zeit prägte. Die Ausstellung zeigt, wie diese Frauen das Technische mit einer ideologischen Haltung kombinierten, die in der norwegischen Natur und Tradition verwurzelt ist.
Für viele wird Riksteppene der absolute Höhepunkt der Ausstellung sein. Diese monumentalen Werke, die unter der Leitung von Frida Hansen nach Zeichnungen von Gerhard Munthe gewebt wurden, gewannen 1900 bei der Weltausstellung in Paris eine Goldmedaille. In der Ausstellung werden die Teppiche zusammen mit Gerhard Munthes Versionen gezeigt, die zu diesem Anlass von der Handelshochschule Norwegens / Villa Stupet in Bergen und dem Kunstmuseum Trondheim ausgeliehen wurden. Riksteppene hingen viele Jahre in der oberen Vestibüle des Schlosses als nationales Symbol, wurden jedoch abgenommen, um für die Nachwelt erhalten zu werden. Jetzt werden sie wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Ausstellung Tråder i tid spannt sich von der Renaissance der Tapisserie in den 1890er Jahren mit Motiven aus Sagen und dem Mittelalter bis hin zur Friedenszeit nach dem Zweiten Weltkrieg.
Öffnungszeiten
Bis zum Sommer wird KunstStallen von Donnerstag bis Sonntag geöffnet sein - von 11:00 bis 17:00 Uhr. Es gibt kostenlose Führungen durch die Ausstellung um 13:00 Uhr donnerstags und freitags. An den Wochenenden gibt es zwei Führungen: um 12:00 und um 14:00 Uhr.