Einer der bewegendsten Geschichten der Weltliteratur, berühmt als Musical, ist in dieser Version kein Musical, sondern in einer rohen Theaterform. Die Aufführung hatte bereits Premiere in Dänemark, wo sie begeisterte Kritiken erhielt und mit dem angesehenen Theaterpreis Reumert für das beste Zusammenspiel ausgezeichnet wurde.
In gewohntem Stil der Regisseurin Kjersti Horn ist die Aufführung wie eine einzige lange One-Take-Filmaufnahme, bei der das Publikum die Schauspieler ganz nah auf einer Großleinwand sehen kann, die große Teile der Bühne bedeckt. Hier wird Les Misérables zu einem Epos darüber, zu versuchen, um jeden Preis ein guter Mensch zu sein. Es ist radikale Geschichtenerzählung, ein entblößtes Theaterstück und eine Mahnung aus einer anderen Zeit, festzuhalten, was zu allen Zeiten am wichtigsten ist: Menschlichkeit.
Häftling Nummer 24601
Les Misérables erzählt die Geschichte des Strafgefangenen Jean Valjean, der ein Brot für seine Schwester und ihre hungrigen Kinder stiehlt und dafür den Rest seines Lebens büßen muss. Es handelt sich um einen Mann, der in einem System, das blind den Regeln folgt, keine Chance hat, auch wenn diese ungerecht sind. Die Handlung erstreckt sich über einen Zeitraum von mehr als 17 Jahren, beginnend im Jahr 1815 und kulminiert 1832 in der französischen Juni-Revolte.
Eine Geschichte über Ausgrenzung
Theaterleiterin und Regisseurin Kjersti Horn engagiert sich während ihrer Karriere intensiv für das, was sie Ausgrenzung nennt. Diejenigen, die nicht Teil der Gemeinschaft sind, weil sie nicht können, und die Gemeinschaft nicht will.Hier haucht sie dem gesellschaftskritischen Epos neues Leben ein und sorgt dafür, dass wir nicht wegsehen können von all dem und den Elenden, die wir – und unsere Gesellschaft – geschaffen haben.