Seine Musik wurde fast 700 Millionen Mal auf Spotify gestreamt. Jetzt kommt das Phänomen Joep Beving zurück zur Oper.
„Einfache Musik für komplexe Gefühle“ – so beschreibt Joep Beving seine eigenen Kompositionen. Mit seinem sanften Piano-Minimalismus hat sich der Niederländer als einer der meistgespielten Pianisten unserer Zeit etabliert und ist in Playlists zusammen mit Künstlern wie Max Richter, Ólafur Arnalds und Nils Frahm gelandet.
Am 20. September ist er zurück in Bjørvika's großer Halle, als einer der Stopps auf einer neuen Tournee – mit seinem neuesten Album Liminal.
Partitur für eine hoffnungsvolle Zukunft
Mit dem Album konzentriert sich Beving auf Themen wie Veränderung, Unsicherheit und Erneuerung und untersucht, wie Klang Raum für Reflexion und Verbindung in einer ständig sich bewegenden Welt schaffen kann.
– Die Welt ist ein hektischer Ort, sagt der Pianist selbst. – Ich fühle ein tiefes Bedürfnis, die Verbindung zu Menschen allgemein auf einer grundlegenden menschlichen Ebene wiederherzustellen. Musik als universelle Sprache hat die Kraft zu vereinen. Unabhängig von unseren kulturellen Unterschieden glaube ich, dass wir ein angeborenes Verständnis dafür haben, was es bedeutet, Mensch zu sein. Wir haben unsere Gänsehaut, auf die wir uns beziehen können.
Über Joep Beving
Joep Beving ist seit seiner Kindheit mit dem Klavier eins, musste jedoch sein Musikstudium wegen einer Verletzung am Handgelenk abbrechen. Stattdessen bildete er sich in Politik und öffentlicher Verwaltung aus – aber die Liebe zur Musik blieb bestehen, und als er 2009 ein Klavier von seiner Großmutter erbte, blühte sie wieder auf. Das Schimmel-Klavier bestand auf einem sanfteren Anschlag und einem grazilen Tempo, was dazu führte, dass Beving seinen Spielstil änderte und sich einem klassischeren Vokabular anpasste.
Im Alter von 38 Jahren veröffentlichte er 2014 sein Debütalbum Solipsism – und wechselte schnell von einem unbekannten Pianisten zu Auftritten beim Werbefilmfestival in Cannes und landete auf Spotifys Peaceful Piano-Playlist. Bald fand seine Musik ihren Weg zu den Verantwortlichen bei Deutsche Grammophon, dem weltweit führenden klassischen Plattenlabel. Die Veröffentlichung des zweiten Albums Prehension machte Joep zu einem der meistgespielten lebenden Pianisten der Welt im Jahr 2017.