Ein Nachlass soll versteigert werden – aber niemand bietet. In diesem ganz neuen Tanzstück lockt der Choreograf Jo Strømgren die Seele aus altem Schrott.
Spuren eines gelebten Lebens
Ein Nachlass soll versteigert werden. Leider bietet niemand. Gegenstände aus dem Leben anderer haben im Zeitalter des Materialismus kaum noch Interesse. Wenn sie zudem ihre praktische Funktion und ihren affektiven Wert verloren haben, werden sie als Schrott definiert.
Aber kann man dennoch eine Seele im Leblosen hervorrufen? Kann man sich neue Erinnerungen erfinden? Und kann Wiederverwendung eine goldene Gelegenheit sein, wieder zu etwas Greifbarem und Handfestem im Alltag zurückzukehren, zu etwas Echten?
Neu geschaffener Tanz und Musik
Die Auktion ist eine assoziative Fabulierung über Objekte, die wir kennen, zu denen wir aber keine Beziehung mehr haben. Mit abstraktem Tanz und neu komponierter Musik werden die Zuschauer eingeladen, ihre eigenen Erinnerungen hervor zu graben – und vielleicht während der Aufführung neue zu schaffen.
Als bescheidene Hommage an das Vergangene kann die Aufführung auch als Kommentar zum heutigen materiellen Überkonsum wahrgenommen werden.
Eine andere Seite von Jo Strømgren Kompani
In dem großen Repertoire von Jo Strømgren Kompani ist Die Auktion eine ganz neue Blume. Während das Unternehmen normalerweise Wert auf Geschichtenerzählen legt, oft mit Humor und Theatralik, präsentieren sie dieses Mal eine meditative Reise zu Assoziation und Nachdenklichkeit.
Die Aufführung ist eine Zusammenarbeit mit dem Trondheim Kammermusikkfestival und Bergmund Waal Skaslien, Initiator des Themas und Konzepts der Aufführung sowie Komponist des Unternehmens seit fast 30 Jahren.